06.11.24 –
Auf der Sitzung am Montag hat sich der Stadtrat auf Basis eines Antrags von Grünen und SPD dafür ausgesprochen, eine Straße nach Ludwig Wagner zu benennen. „Ludwig Wagner prägte nicht nur die VHS bedeutsam, sondern auch den kulturellen Austausch in unserer Stadt. Durch die Benennung einer Straße nach ihm ehren wir ihn als Vorkämpfer für Verständigung und Toleranz“, so Grünen Fraktionsvorsitzender Tobias Wiesemann.
Ludwig Wagner wurde 1869 in Augsburg geboren. Die VHS, welche 1904 gegründet wurde, bereicherte er ab 1906 durch seine „Ferienkurse für Ausländer“. Diese verband der ab 1912 mit einem internationalen Friedensseminar, wobei die Teilnehmenden bei pfälzischen Familien untergebracht wurden. Durch sein Engagement trug er relevant zum friedlichen Austausch und zur Völkerverständigung bei. Er ermöglichte es, dass Berta von Suttner 1913 in der Fruchthalle zu einem großen Publikum sprechen konnte, sowie dass der Internationale Kongress der Friedensbewegung 1914 nach Kaiserslautern kam. Wenig verwunderlich ist es, dass Ludwig Wagner sich auch ständig wachsenden nationalistischen und völkischen Anfeindungen ausgesetzt sah. Der aufstrebende Nationalsozialismus zwang ihn schließlich zum Rückzug.
„In einer Zeit, in der Konflikte und gesellschaftliche Spaltungen weltweit zunehmen, ist es wichtig, Personen wie Wagner zu gedenken. Wagners Geist steht sinnbildlich für das, was wir heute mehr denn je brauchen: sozialer Zusammenhalt und Verständnis über Kulturen hinweg. Die Benennung einer Straße nach ihm ist ein deutliches Zeichen und eine Verpflichtung, sein Vermächtnis und seine Werte zu leben“, meint Wiesemann.
„Es ist natürlich sehr bezeichnend, dass die AfD gegen den Antrag stimmte“, meint Wiesemann weiter. „Auch bezeichnend hierbei ist es, dass Wagner den Großteil seiner Arbeit im Ehrenamt geleistet hat. Wir sehen hier deutlich: Zivilcourage im Alltag und vor allem im Ehrenamt ist wichtiger denn je. Unser gemeinsames Engagement stärkt unsere Demokratie und schwächt rechte Kräfte.“
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