23.01.21 –
15% des privaten CO2-Ausstoßes stammen vom Heizen unserer Wohnungen. In Zeiten der globalen Erderwärmung ein fataler Fehler, wo es doch auch emissionsärmere Alternativen gibt. Deshalb haben wir für die nächste Stadtratssitzung einen Antrag eingereicht, der vorsieht, dass neu erworbene Grundstücke in der Erweiterung des Gewerbegebiets Nord-Ost direkt an die grüne Fernwärme der SWK angeschlossen werden.
Der Bebauungsplan für das Gewerbegebiet Nord-Ost, Erweiterung 2, Teil A, ermöglicht die Ansiedlung kleiner und mittelständiger Unternehmen in Kaiserslautern. Um neben diesem wirtschaftlichen Erfolg die Zukunftsfähigkeit nicht zu vernachlässigen, ist eine nachhaltige Planung der neuen Gebäude unabdingbar. Deswegen wäre ein Anschluss an das Fernwärmenetz der SWK ein sinnvoller und wichtiger Schritt.
Die grüne Fernwärme wird durch die Zentrale Abfallwirtschaft Kaiserslauterns (ZAK) produziert. „Grün“ wird die Fernwärme dadurch, da sie aus regenerativen Brennstoffen - also nachhaltig – gewonnen wird. In einem Biomasse-Heizkraftwerk und einem Heizkessel werden Altholz vom Wertstoffhof, aus der Sperrabfallsammlung und aus Industrie und Baugewerbe sowie holzige Bestandteile aus dem Bioabfall, aber auch Bio- und Deponiegas thermisch verwertet, wodurch Wärmeenergie und Strom entstehen. Der Strom wird wie bisher in das Netz der SWK eingespeist. Zusätzlich wird seit 2015 die Wärmeenergie ebenso an die SWK weitergeleitet. Dadurch kann diese durch ein spezielles Rohrsystem zahlreiche Haushalte mit Wärme versorgen, wobei Wasser hier als Wärmeträger fungiert. Private Heizöl- oder Erdgasbeschaffung sowie Heizungswartung sind in diesem Fall nicht mehr nötig.
Die ZAK ist durch die Nutzung ihrer so produzierten Energie mehr als CO2-neutral geworden. Die ZAK hat bei Betrachtung des Gesamtbetriebs eine positive Klimawirkung von rund 18.000 Tonnen CO2 – Äquivalenten.
ZAK-Vorstand Jan Deubig wirbt für einen weiteren Anschluss von Abnehmern grüner Fernwärme an das Netz der SWK und fordert gleichzeitig aber auch den weiteren Zubau von Anlagen, die aus biogenen Energieträgern grüne Fernwärme erzeugen können: „Die Nutzung biogener Reststoffe als Energieträger ist für die Wärme- und Energiewende zwingend erforderlich, aber auch einfach und ohne Einschränkungen oder Nachteile für die Verbraucher zu realisieren. Bei der Erzeugung grüner Fernwärme und grünen Stroms wird bei der ZAK nur soviel CO2 freigesetzt wie die zur Energiegewinnung eingesetzten Pflanzen während ihres Wachstums gebunden hat.“ Deubig sieht weiter gerade bei der Schaffung weiterer Erzeugungskapazitäten grüner Energien die kommunalen Unternehmen und Entscheidungsträger in einer großen Verantwortung und beschreibt diese als neue Facette der kommunalen Daseinsvorsorge.
Insgesamt spart das Einsetzen dieser Technik bereits 56300 Tonnen CO2 ein – mit Potential nach oben, beispielsweise durch den Bau zusätzlicher Kraftwerke oder der Verwendung weiterer Brennstoffe. Um unsere Klimaziele zu erreichen und unsere Emissionen zu reduzieren, ist die Nutzung dieser Wärmezufuhr von höchster Bedeutung.
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