10.01.25 –
Die Sanierung des Trippstadter Viadukts hat sehr lange gedauert – zu lange. In Zukunft müssen ähnliche Projekte in Kaiserslautern viel zügiger von statten gehen, sonst ist der Sanierungsstau nicht aufzulösen, die gewünschte Mobilitätswende nicht zu schaffen. Allerdings ist auch hinlänglich bekannt, dass die verantwortliche Baustellensteuerung bei der Deutschen Bahn AG und nicht bei der Stadt lag. Darüber hinaus ist das Viadukt selbst – vom Betoncharakter einmal abgesehen – eine gutes Stück sichere Verkehrsstrecke im Nebeneinander von Fußgänger*innen, Radfahrer*innen und Autoverkehr geworden, das funktioniert.
Man kann sicher nochmal die Frage stellen, ob die nötige Sanierung der Trippstadterstraße in Richtung der Logenstraße nicht doch vorab hätte geschehen können. Ganz sicher ist es allerdings aus Sicht der Grünen Fraktion im Stadtrat Kaiserslautern, dass es aktuell keinen Sinn ergibt, den südlichen Tangentialverkehr der Stadt durch die Unterführung zu leiten. Dies geht nicht, solange der Anschluss auf nördlicher Seite der Bahnlinie in Richtung ehemalige Post noch nicht fertig ist.
Die Argumente des Referatsleiters Tiefbau der Stadt Kaiserslautern sind aus unserer Sicht absolut schlüssig. Sie entsprechen modernen verkehrsplanerischen Ansätzen, die eben nicht mehr den Autoverkehr per se über die Belange der anderen Verkehrsteilnehmer*innen stellen.
Gemäß Verkehrsexperten wäre bei einer beidseitigen Öffnung des Viadukts mit einer massiven Verkehrsbelastung am Stadtpark zu rechnen. Die pendelnden Schulkinder würden völlig an den Rand gedrängt werden. Ihre Wege zur Goetheschule und zum Hohenstaufen Gymnasium wären durch einen Verkehrsstrom Karcherstraße – Pirmasenserstraße – Rudolf-Breitscheid-Straße geradezu abgeschnitten. Es käme zu Konflikten auf den Bürgersteigen zwischen Fußgänger*innen und ausweichenden Radfahrer*innen. Die zusätzlichen Belastungen kämen auch auf die Bewohner*innen des Diakonissenhauses zu. Die Wegnahme der Parkplätze rund um den Stadtpark zugunsten einer Verkehrstrasse würde diese Situation nicht verbessern. Es gäbe noch viele weitere Problemstellen, beispielsweise die nicht einsehbare Einmündung der Parkstraße in die Karcherstaße – das vor einem zu erwartenden Rechtsabbiegerverkehr mit Radfahrenden und Fußgänger*innen im toten Winkel.
„Wir wollen eine Gleichberechtigung in der Mobilität. Wir wollen nicht, dass Kinder auf dem Rad oder Seniorinnen und Senioren zu Fuß wieder an den Rand gedrängt werden. Insofern befürworten wir sehr die Entscheidung der Stadtverwaltung zugunsten eines planvollen Vorgehens.“, kommentiert Michael Kunte, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stadtrat, „Nicht zuletzt wäre ein kurzfristiges Experiment, ohne Lösung für den Verkehrsfluss, auch den Anwohner*innen des Quartiers um den Stadtpark nicht zumutbar.“
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