
11.09.13 –
Vor langer Zeit schon hatte die GRÜNE Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner angefragt, jetzt hat es endlich geklappt: Gemeinsam mit ihrem Bundestagskollegen Dr. Tobias Lindner, dem Landtagsabgeordneten Andreas Hartenfels, Andreas Markus (Kreisvorsitzender KL-Land), Freia Klein (Kreistag KL) und der Direktkandidatin Felicitas Flörchinger war Rößner zu Besuch auf der US-Airbase Ramstein. Im Fokus der Gruppe standen umweltpolitische Themen wie der Lärm- und Umweltschutz. Zivile und militärische Leiter der Umweltabteilung informierten die Gruppe.
Auf den militärischen Liegenschaften hat die Airforce mit ihrem Altlastensanierungsprogramm 408 Altlastenverdachtsflächen registriert. 129 verseuchte Flächen müssen noch saniert werden. Dort, wo die Gefahrstoffe das Grundwasser erreicht haben, ist eine Sanierung sehr aufwändig. Eine besondere Schwierigkeit ist die Sanierung eines großflächigen Ölfeldes direkt unter dem Flughafengelände, wie uns die Umweltexperten der Airbase berichteten. Mit zwölf Trinkwasserpumpen werde versucht, auf die Fließrichtung des belasteten Grundwassers Einfluss zu nehmen, damit sich die Verunreinigung nicht ausbreitet. Ziel sei es, bis 2024 die Sanierung der Altlastenflächen zu 99 Prozent abzuschließen.
Der Fluglärm war ebenfalls ein zentrales Thema des Besuchs. AnwohnerInnen sind durch den Lärm startender und landender Flugzeuge aber auch durch den Bodenlärm stark beeinträchtigt. In Kaiserslautern werden Spitzen bis 85 db(A) erreicht. Diese Spitzen werden in den Lärm-Berechnungsmodellen jedoch kaum abgebildet. Auch der Bodenlärm wird nicht berücksichtigt. Weil die tatsächliche Zahl der Flugbewegungen kleiner ist als die genehmigte, es keine Gesamtlärmbetrachtung gibt und Mittelungswerte errechnet werden, liegen die Werte unterhalb der in der Genehmigung festgelegten Obergrenzen. Hier muss der deutsche Gesetzgeber dringend handeln und den kulminierten Lärm wie auch Lärmspitzen in die Gesetzgebung mit aufnehmen.
Um Übungsflüge zu vermeiden, baut die Airforce ab Herbst 2013 einen Flugsimulator. Davon verspricht sich die Airforce eine deutliche Lärmreduzierung. Besonders das Kreisen bei Übungsflügen ist für die AnwohnerInnen eine Belastung. Im Rahmen der Flottenerneuerung ersetzt die Airforce alte, laute durch leisere Flugzeuge. Dies war direkt vor Ort im Vergleich zu hören.
Die militärischen Vertreter haben der Vermutung widersprochen, dass Flugzeuge gelegentlich Kerosin vor dem Landen ablassen würden. Dies sei nur in Notfällen erlaubt. Ihnen wäre kein Fall in der Region in den vergangenen Jahren bekannt, bei dem dies erfolgt sei. Breiten Raum bei dem Besuch nahm auch die Vorstellung des Biotop- und Energiesparprogramms ein.
Der Besuch war eine erste Kontaktaufnahme. Das Verbindungsbüro der Airforce hat den GRÜNEN zugesagt, für weitere detailliertere Fragen gern zur Verfügung zu stehen.
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