06.11.2020

Von: Kira Steinau

Hilfe für unsere Schulen – Infektionsschutz und Bildung zusammendenken!

Die Corona-Krise stellt uns alle vor enorme Herausforderungen. Vor allem für unsere Schulen ist es schwierig, Infektionsschutz und das Recht auf Bildung gleichzeitlich umzusetzen. Deswegen haben wir einen Antrag mit konkreten Maßnahmen gestellt, die einen sichereren Lehrbetrieb ermöglichen. Diesem wurde auf der letzten Stadtratssitzung zugestimmt!

Unser Antrag sieht unter anderem vor, dass in den Klassenräumen in Grundschulen sowie in Klassenräumen, in denen eine Lüftung nicht sinnvoll umsetzbar ist, Raumluftfilteranlagen installiert werden. Somit wird die Aerosolbelastung so gering wie möglich gehalten. Diesbezüglich sollen sich Lehrer*innen bei der Stadt melden, um ein solches Gerät zu beantragen. Außerdem soll ein Pool an medizinisch geschultem Personal für alle Schulen bereitgestellt werden, die bei Verdachtsfälle nach Symptomen beurteilen und Schnelltests durchführen können. Somit können Infektionen schneller erkannt und die Ausbreitung verhindert werden. Des Weiteren soll geprüft werden, wie die Schülerbeförderung optimiert werden kann, bspw. durch Aufstockung oder Taktung der Busse, sodass Kontakte minimiert werden.

Leider gab es trotz der Dringlichkeit der Situation unserer Schulen teilweise große Widerstände gegen unseren Antrag. Dafür haben wir keinerlei Verständnis. "Wir alle haben den Anspruch, die Schulen so lange wie möglich offen zu lassen. Dann müssen wir aber auch alles in unserer Macht Stehende tun, um Schüler*innen und Lehrkräfte bestmöglich zu schützen. Dass sich hier Land und Kommunen immer gegenseitig den Schwarzen Peter zuschieben, ist nicht akzeptabel. Wir befinden uns in einer schwierigen Situation, die entschlossenes Handeln erfordert. Mit dem Finger auf andere zu zeigen, oder Anträge im Stadtrat auszubremsen, weil sie nicht die eigenen sind, bringt uns überhaupt nicht weiter.", so unsere Fraktionsvorsitzende Lea Siegfried.

Es scheint, als sei manchen die Realität vor Ort nicht bewusst. In den Schulen mangelt es oft an warmem Wasser oder Desinfektionsmittel. Konstantes Lüften ist angesichts der kälter werdenden Temperaturen realitätsfern, vor allem bei jüngeren Kindern. Der Unterricht wird außerdem bei offenem Fenster durch starke Lärmbelastungen (stark befahrene Straßen, Hubschrauberflüge, Bauarbeiten an der Schule, Laubbläser, Hochzeitskorsos u.v.a.) gestört und ist an manchen Stellen kaum möglich. Zudem kann durch die Größe der Klassen und das mangelnde Raumangebot der Abstand im Klassensaal normalerweise nicht eingehalten werden. Das Beurteilen von Krankheitssymptomen bei Schüler*innen, sowie eine eventuelle Isolation inklusive der Aufsicht über die Klasse und das isolierte Kind, werden den Lehrer*innen als nichtmedizinisches Personal überlassen. An dieser und auch an anderen Stellen findet eine Verantwortungsverschiebung auf die Lehrkräfte statt.

Wir können unsere Bildungseinrichtungen in dieser schwierigen Zeit nicht im Regen stehen lassen! Jetzt gilt es, schnell zu handeln, um Schlimmeres zu verhindern und die nächsten Wintermonate gut zu meistern.

 

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